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[20.08.2008] OLYMPIA: Hellwach beim Steigerungslauf

Potsdamer Zeppelin-Team drückte daheim die Daumen für Triathlet Christian Prochnow

Zugegeben, es war ein ungewöhnlicher TV-Termin. Trotzdem erwiesen sich die Frauen und Männer vom Zeppelin-Team des OSC Potsdam sowie Freunde und Familie gestern um 04.00 Uhr als hellwach, als Christian „Paule“ Prochnow in Peking bei der olympischen Triathlon-Entscheidung ins Wasser sprang. Mutter Ingrid und Vater Klaus hatten in der Wohnung von Paules älterem Bruder André kurzfristig mit belegten Brötchen, Kaffee und Kuchen zum „Brunch“ zu ungewöhnlicher Morgenstunde eingeladen. Doch die 22 Gäste waren sofort hellwach, weil sich ihr „Paule“ im fernen Peking so bravourös schlug – im Geggensatz zum ARD-Reporter, der nicht immer im Bilde war.

„Da wurde vor dem Fernseher mitgefiebert“, bestätigte André Prochnow. Notfalls gar mit Trillerpfeife angefeuert. Moralische Unterstützung gab es auch im fernen Peking, wo neben Heimtrainer Ron Schmidt auch Zeppelin-Teamkollege und Freund Marco Altmann auf der Tribüne stand und ein riesiges Plakat mit der Aufschrift „Peking-Paule für Potsdam“ in die Höhe reckte.

„Die Stimmung bei uns zu Hause wurde immer besser, je näher die Sportler dem Ziel strebten“, berichtete André Prochnow, denn neben dem späteren Olympiasieger Jan Frodeno aus Saarbrücken – dort war Paule von 2005 bis 2007 fast täglicher Trainingspartner – legte auch der Havelstädter einen Steigerungslauf der Extraklasse hin. Obwohl Hitzebedingungen nicht gerade das Wetter des 25-jährigen Weltcup-Fünften sind, kämpfte er sich bravourös durch. Als 36. kam er nach 1,5 Kilometern aus dem Wasser und gehörte damit zur ersten Gruppe, die sich auch auf der hügeligen Radstrecke ständig belauerte. Zwar fuhren drei Sportler davon, aber deren Vorsprung war beim abschließenden 10-km-Lauf schnell aufgebraucht.

Sozusagen im Schatten des baumlangen Frodeno, der zu Olympia-Gold spurtete, machte Paule Prochnow Platz um Platz gut. Dank einer starken Schlussrunde lief er völlig erschöpft als 15. ins Ziel und löste in Potsdam riesigen Jubel aus. „Das gibt dem Triathlonsport sicher wieder Auftrieb“, meinte Clemens Hollmann, dessen Frau Michaela besonders ergriffen war, weil sie einst mit Paule zusammen zur Schule ging und mit dem Triathlonsport begann. Triathlet Jörg Schneider lobte: „Paule war fantastisch. Man hat gesehen, dass er alles gegeben hat.“ Nachdem alle mit Sekt auf den Olympiasieg und das hervorragende Abschneiden Prochnows angestoßen hatten, resümierte auch Zeppelin-Teamsprecher Petko Beier: „Die Triathleten haben in Peking für Furore gesorgt. Natürlich gibt das allen, die diesen tollen Sport bestreiten, neuen Mumm. Auch unser Zeppelin-Team wird davon in Zukunft profitieren. Es war ein Wettkampf, den nicht nur Paule nicht mehr vergessen wird.“

In einer SMS teilte er den Daheimgebliebenen kurz mit: „Ich bin begeistert und sehr zufrieden.“ Während die Potsdamer anschließend froh gestimmt zur Arbeit gingen.

 

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