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Geschrieben von: Peter Stein (MAZ)
Franz Löschke poliert mit seinem WM-Titel in der U23 Potsdam als erste Adresse weiter auf
Wenn Franz Löschke seinen Computer einschaltet, erscheint auf dem Bildschirm zuerst jenes Foto, das ihn an den bisher größten Moment seiner Karriere erinnert. Mit der Deutschlandfahne in der Hand reißt der Triathlet vom Zeppelin-Team des OSC Potsdam jubelnd die Arme hoch, nachdem er bei den Weltmeisterschaften an der australischen Goldküste Mitte September in der U 23 als Erster die Ziellinie passierte.
Bei einem kleinen Empfang in der Zeppelin-Lounge des Kongresshotels wurde der Champion am Donnerstagabend noch einmal gefeiert. Für den 20-Jährigen sind die WM-Geschehnisse noch immer allgegenwärtig, andererseits auch „so unbegreifbar“. Denn dass sich ausgerechnet der Jüngste der fünf deutschen Starter, darunter seine Potsdamer Teamgefährten Gregor Buchholz und Nils Frommhold, am Ende durchsetzte, war eine riesige Überraschung.
Abgezockt bis an die Zehenspitzen nutzte „Underdog“ Löschke in Down Under seine Außenseiterrolle konsequent. Nach 1500 Meter Schwimmen und 40 Kilometer Radfahren spielte er seine Laufstärke über 10 Kilometer aus und setzte anderthalb Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke. „Das ging mir spontan durch den Kopf, dann habe ich mich bis kurz vor dem Ziel nicht mehr umgedreht“, schildert er mit leuchtenden Augen. „Als wir nur noch zu viert vorn waren, dachte ich mir, nun hast du dein Ziel schon erreicht. Dann fiel mir ein, dass ein vierter Platz doch ein blöder Platz ist, ich unbedingt eine Medaille mit nach Hause bringen sollte.“ Während des gesamten Wettkampfes habe er sich fantastisch gefühlt. „Das Wetter stimmte, das war einfach mein Tag.“
Weil auch der Australier James Seear, der spätere Zweite, mit in der Spitzengruppe war, hätten die Zuschauer ein Höllenspektakel veranstaltet. „Die Anfeuerungsrufe haben auch mich motiviert. Diese Euphorie hat mich wie auf einer Welle ins Ziel getragen.“
Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, da er die WM „zunächst nicht auf dem Plan hatte“. Denn für den deutschen Juniorenmeister und Sechsten der JWM von 2008 ging es 2009 erst einmal darum, das Abitur an der Sportschule zu schaffen, die der aus Finsterwalde stammende Triathlet seit 2004 besuchte. Nach dem Abi – „der Durchschnitt von 2,8 ist für mich in Ordnung“ – konzentrierte er sich wieder auf das Training. Erst auf den allerletzten Drücker holte er sich Anfang August im ungarischen Tiszaujvaros als Weltcup-Siebter das WM-Ticket.
Während Löschke, der auch zur Feier des Tages keinen Alkohol trinkt, aber mit trockenem Humor bestens unterhält, verrät in kleiner Runde sein spezielles Rezept zur Wettkampfvorbereitung, das er ebenso in Australien praktizierte. Am Vorabend geht er um 22 Uhr noch mal eine Viertelstunde joggen und erst danach ins Bett. Am Morgen des Wettkampftages schwimmt er einige Armzüge. Vier Stunden vor dem Start wird gefrühstückt, zwei Stunden davor isst er noch eine Banane und eine Stunde vor dem Sprung ins Wasser einen Corny-Riegel der Sorte Schoko-Banane. Während er seine Goldmedaille herumreicht, bedankt sich der Weltmeister bei seinen Sponsoren und Förderern.
Trainer Ron Schmidt sagt über seinen Schützling: „Es macht riesigen Spaß, mit Franz zu arbeiten. Wenn er sich ein Ziel gesetzt hat, dann arbeitet er mit aller Konsequenz darauf hin.“ Löschke, der nun sein freiwilliges soziales Jahr bei seinem Verein leistet, will demnächst noch eine Woche Urlaub machen und mit der Freundin, der Leichtathletin Anna-Marie Finger, zum Snowboarden fahren.
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glückwunsch franzi, wir sind stolz auf dich!
Schöner Artikel Berti. Klasse Leistung von euch allen. Toll!!!
Daumen hoch
Sportliche Geste Hörmän, Respekt!
Super Veranstaltung - Super Abend - nächstes Jahr wieder
großer Dank an Martin...für den Support