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[25.05.2008] Peking: Christian Prochnow darf mit

Eine kleine Überraschung gelang dem Potsdamer Christian Prochnow beim Weltcup in Madrid: Der 25-Jährige schaffte mit einem fünften Platz die Qualifikation für die olympischen Spiele. Petzold und Raelert gingen leer aus.

Prochnow setzte sich teamintern gegen Maik Petzold und Andreas Raelert durch, die beide nach den guten Ergebnissen bei der EM in Lissabon ebenfalls die Chance auf das letzte zu vergebende Olympia-Ticket hatten. Als Gesamtfünfter platzierte sich Prochnow zwei Plätze vor Petzold, Steffen Justus wurde nach einem zwischenzeitlichen Ausreißversuch auf dem Rad Neunter, Andreas Raelert 16.

Gegen Regen und Hagel

Auf dem Rad waren die Deutschen bei widrigen Bedingungen stets auf Höhe des Geschehens. „Bei Regen und Hagel habe ich auf dem Hobel aber ganz schön gefroren“, gab Prochnow im Ziel gegenüber tri-mag.de zu. Eigentlich sei er „nicht für die Kälte gemacht“. Dennoch kamen alle Deutschen in der ersten Gruppe mit allen Favoriten ins Ziel, so dass der Kampf um das letzte Ticket zum Ausscheidungslauf geriet. Als erster musste Raelert schon früh abreißen lassen, die anderen beiden liefen Schulter an Schulter mit Steffen Justus, der die Chance auf einen Olympia-Platz allerdings schon bei der EM verspielt hatte.

Fairer Ausscheidungslauf

Nach etwas mehr als der halben Laufstrecke setzte dann Prochnow alles auf eine Karte. Der entschlossenen Tempoverschärfung des Potsdamers hatte die anderen beiden nichts mehr entgegenzusetzen: „Ich musste einfach los, denn ich weiß ja, dass ich nicht die Spurtqualitäten wie Maik habe. Beim letzten Wendepunkt habe ich allerdings noch einmal ganz schön gezittert. Ich war mir fast sicher, dass er noch mal heran laufen kann.“ Konnte er aber nicht: Petzold blieb im Ziel als Siebter elf Sekunden hinter Prochnow, der mit dem fünften Rang sein bislang bestes Weltcupergebnis zum richtigen Zeitpunkt ablieferte. Und musste dann anerkennen, dass „Paule“ ein „saustarkes Rennen abgeliefert“ hat. Eine faire Geste, dass der Bautzener nicht einen Defekt für sein knappes Scheitern verantwortlich machte: „Ich bin ziemlich enttäuscht, aber man kann im Leben nicht alles vorhersehen. In der vorletzten Runde hatte ich einen Platten und musste am Berg schnell das Laufrad wechseln, dass Loch zu der Gruppe alleine wieder zuzufahren hat schon viel Kraft gekostet. Aber Paule hat den Platz verdient. Ich denke, das Team, das jetzt zu den Spielen fährt, wird die deutschen Farben würdig vertreten.“

Auch Andreas Raelert zeigte sich enttäuscht aber fair: „Ich habe alles probiert und war nach der EM auch guten Mutes. Heute war ich aber von Anfang an am Anschlag, die anderen waren einfach besser.“ Wie nah Enttäuschung und Freude im deutschen Team beieinander lagen, zeigte Prochnows noch etwas ungläubige Reaktion: „Im Moment überwiegt fassungsloses Glück. Vielleicht muss ich zuhause jetzt erstmal eine Woche lang feiern, bevor die Peking-Vorbereitung losgeht. Außerdem werde ich jetzt wohl einige Wetten einlösen müssen.“ Über die Einsätze wollte der junge Mann, der im August gemeinsam mit Weltmeister Daniel Unger und Jan Frodeno zu den Olympischen Spielen fliegen wird, aber „lieber nichts verraten".

Gomez erneut souverän

Ganz vorn lieferte der Spanier Javier Gomez erneut eine Demonstration seiner (Lauf-)Stärke. Beine lässig liess der Vizeweltmeister den Russen Ivan Vasiliev und die beiden Briten Alistair Brownlee und Tim Don hinter sich und baute seinen Vorspung bis ins Ziel immer weiter aus.

 

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