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Oberlinhaus baut Wohn- und Rehastätte / Therapie für junge Unfallopfer
BABELSBERG "Eins, zwei, drei - Abwurf", ruft Oberlin-Vorstand Peter Fenner und treibt die Spatenstecher freundschaftlich an, ihr gutes Werk an diesem sonnigen Vormittag zu vollbringen. Brandenburgs Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD)ist eigens zum ersten Spatenstich für das neue Thusnelda-von Saldern-Haus in die Rudolf-Breitscheid-Straße gekommen. Projekt-Schirmherrin Nadja Uhl ist wegeneines Auslands-Drehs entschuldigt. Der Oberlinverein lässt ab kommendem Frühjahr in der Lücke zwischen dem ehemaligen Besetzerhaus und dem Taubblindenheim für sechs Millionen Euro eine moderne Wohn- und Rehabilitationsstätte mit 60 Plätzen errichten. Besonders junge Menschen, die etwa nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt, sind, oder Schlaganfallopfer sollen in dem Haus über zwei bis drei Jahre Therapie, Begleitung und Training erfahren, um fit zu werden, ihr neues, wenngleich schwierigeres Leben weitestgehend allein wieder meistern zu können. Höhenverstellbare Küchen und eine Arbeitstherapie wird es zum Beispiel im Dreigeschosser geben, der nach der ersten Oberlin-Oberin benannt ist. Getreu dem Leitgedanken der Mütter und Väter des Oberlinhauses, die den Grundstein für eine ganzheitliche Versorgung von körperlich und •geistig behinderten Menschen legten, um allen "Chancen auf Leben" zu geben, bekommen in dem Neubau auch 24 mehrfach Behinderte eine schöne Bleibe. "Es wird Zeit",' findet die Ministerin nach dem Rundgang durch das bislang auch als Wohnstätte genutzte Reinhold-Kleinau-Haus. Bei "Thusnelda" gibt es dann nur noch moderne Einzelzimmer. Das Haus wird 46 Meter lang sein, Platz auf rund 4900 Quadratmetern und eine Tiefgarage für rund 80 Autos bieten. Das einstmals, besetzte Nachbarhauswird gesichert und erhält später noch eine Wohnebene. Gespräche dazu laufen noch. Geradelt wird derweil für die Innenausstattung des Saldem-Hauses. "Ich habe alles gegeben", sagt Gregor Buchholz. Als der Triathlon-Weltmeister vom Rad steigt, hat er einen leichten Schweißfilm auf der Stirn. Die Geschäftsführerin des Oberlin-Reha-Zentrums, Marit Schützendübel Klikar, selbst Triathletin, hatte ihren Sportfreund zum Mitmachen bewegt. Bis auf 53 Stundenkilometer ist er gekommen. In einer Viertelstunde hat er mehr als zwölf Kilometer auf dem Rennrad vorgelegt und so der Spendenaktion "Radeln für Thusnelda" einen furiosen Auftakt beschert. Jeder gestrampelte Kilometer bringt anfangs drei, später fünf Spenden-Euro: Viele haben sich gemeldet. Auch CDU-Vizelandeschef Sven Petke, die Stadtverordneten Götz Friederich (CDU) und Helmut Przybilski (SPD), ,Oberlin-Schulleiter Uwe Plenzkeund die Leiterin der Oberlin-.Lebenswelten", Renate Frost, sitzen auf dem Rad. Der Andrang ist mit mehr als SO Radlern so groß, dass die geplanten 90 Minuten nicht reichen. Dank eines Ergometers machen auch Rollstuhlfahrer wie Gerd Benke mit. Er kurbelt für sein neues, schönes Zuhause. Potsdamer und Babelsberger Firmen stocken die Radel-Summe nach fast 109 gefahrenen Kilometern auf 1000 Euro auf. 500000 Euro werden bis nächstes Jahr gebraucht, rund 115000 sind schon auf dem Spendenkonto.
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