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[16.03.2007] Von der Havel an die Alster

Sechs Potsdamer kämpfen um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft

Von der Havel in Potsdam bis an die Binnenalster nach Hamburg, wo Ende August die Weltmeisterschaften im Triathlon auf der olympischen Distanz mit 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen gestartet werden, ist es ein weiter Weg. Doch sechs Sportler des Zeppelin-Teams des OSC Potsdam haben sich gestern auf dem Schiffsrestaurant "John Barnett" am Tiefen See darauf eingeschworen, um die WM-Qualifikation zu kämpfen. "Wenn wir am Ende zwei Starter dabei haben, wäre das ein Traum. Denn die nationale Konkurrenz ist verdammt hart und es gibt auch für den WM-Gastgeber pro Klasse nur je drei Startplätze", erklärte Landestrainer Ron Schmidt. Seine WM-Kandidaten, mit denen Zielvereinbarungen bis 2008 abgeschlossen wurden, sind Gregor Buchholz (20 Jahre), Nils Frommhold (20), Philip Krell (19) in der U 23 bei den Männern sowie die Junioren Franz Löschke, Benjamin Strauß und Stefan Zachäus. Hinzu kommt Juniorin Sarah Zaborowski (TSV Cottbus).

Bereits in der nächsten Woche steht für die Junioren in Saarbrücken die erste EM-Qualifikation mit 800 Metern Schwimmen und 5000-m-Lauf an. Denn wer bei den Europameisterschaften in Kopenhagen unter die Top Ten kommt, hat einen WM-Startplatz so gut wie sicher. Zweites entscheidendes Quali-Kriterium werden die deutschen Meisterschaften Mitte Juli in München sein. Auch in der U 23 führt der Weg nach Hamburg über ein Spitzenresultat bei der nationalen Meisterschaft. Zusätzliche Pluspunkte beim Bundestrainer können über Europacups gewonnen werden. Die Ausgangslage der Potsdamer ist sicher nicht die schlechteste, zumal Löschke als Erster, Zachäus (beide Jugend A) als Dritter, Strauß als Vierter und Krell als Fünfter (beide Junioren) schon im Vorjahr bei den deutschen Meisterschaften aufhorchen ließen. Buchholz wurde in der U 23 ebenso Vierter.

Umso unverständlicher erscheint es daher, dass die Deutsche Triathlon-Union (DTU) es bis heute nicht geschafft hat, den bereits 2003 gestellten Antrag der Potsdamer als Bundesnachwuchsstützpunkt positiv zu beantworten. Denn im Ländervergleich landet der Brandenburger Nachwuchs seit Jahren auf dem zweiten Platz in Deutschland. Schwere Vorwürfe in Richtung DTU erhob daher auch Andreas Gerlach, der Geschäftsführer des Landessportbundes: "Triathlon scheint mir seitens der DTU eine nicht gewollte Sportart in Potsdam zu sein. Es sollte endlich mehr honoriert werden, was hier seit Jahren für gute Arbeit geleistet wird." Dabei schafften mit Christian Prochnow, der jetzt am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainiert, bei den Männern und Kathrin Müller (Witten) bei den Frauen zwei ehemalige Potsdamer den Sprung in die Auswahlkader. Einzig Tom Kosmehl wird als zweiter Trainer über eine Honorarvereinbarung seitens der DTU mit 200 Euro monatlich unterstützt. Mithin, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Immerhin sicherten Enikö Pleszinger, Koordinatorin Nachwuchsleistungssport, für den Olympiastützpunkt Potsdam und Rüdiger Ziemer als Leiter der Eliteschule des Sports im Luftschiffhafen weitere Unterstützung zu. Angesichts der enormen Trainingsbelastung sei das Programm in dieser Extremausdauersportart ohne das entsprechende Umfeld gar nicht zu bewältigen. Derzeit besuchen zwölf Triathleten die Sportschule.

Erster wichtiger Wettkampf für die Männer ist der Bundesliga-Auftakt am 20. Mai in Gladbeck. Denn Buchholz, Frommhold und Co. sind auch die Korsettstangen im Bundesligateam der "Zeppeline". "Eine spannende Saison wird das", frohlockte Schmidt.

 

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