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[15.07.2006] Wettkampfbericht Deutsche Meisterschaft in Schliersee

Auch in diesem Jahr wurde die Deutsche Meisterschaft der Elite und der U23 in ein Rennen der DTL integriert. Nach einigem Hin und Her zu Beginn der Saison hatte man die DM nach Schliersee vergeben. Der dortige Wettkampf ist seit Jahren fester Bestandteil im Bundesligakalender und auf Grund seiner bergigen Radstrecke berüchtigt. Es sollte eine der härtesten Entscheidungen in der Geschichte der Deutschen Meisterschaften werden.

Das Zeppelin-Team sah mit gemischten Gefühlen dem Wettkampf entgegen. Auf der einen Seite war man in ein spezielles Vorbereitungstrainingslager im Bayrischen Wald, um sich auf die Besonderheiten der Radstrecke einzustellen. Zudem hatte man mit Gregor Buchholz und Nils Frommhold zwei aussichtsreiche Kandidaten für die vorderen Plätze in der U23 Wertung.
Aber auf der anderen Seite hatten die Athleten gehörigen Respekt von der Radstrecke und leider musste der beste „Zeppeliner“ aus dem letzten Jahr, Daniel Beynon, verletzungsbedingt absagen. Der Trainer Ron Schmidt formulierte im Vorfeld: “Einige lieben diesen Wettkampf, andere, auch Nationalmannschaftsathleten, haben gehörig Schiss.“

Um sich optimal vorzubereiten, reiste das Team schon am Donnerstag vor dem Wettkampf an. Diesmal bestand das Team aus Philip Herrmann, Mathias Dietze, Nils Frommhold, Gregor Buchholz und Ilja Horstmann. Ilja ist sehr Schliersee erfahren und wurde kurzfristig in die Mannschaft geholt, um Daniel Beynon zu ersetzten. Außerdem wollten sich Sebastian Schwienke und Tobias Krisa in der U23 Wertung zeigen und für weitere Rennen im Team empfehlen. Am Tag vor dem Wettkampf gab es noch einmal ein ordentliches Gewitter. Auch der Morgen vor dem Rennen begann wolkenverhangen und vergleichsweise kühl. Die Strecke war aber trocken und der See warm genug, um ohne Neoprenanzug zu schwimmen. Pünktlich um kurz vor halb zwölf wurde das Männerfeld gestartet. Die Anspannung der Betreuer und aus Potsdam angereisten Fans war greifbar. Für rund zwanzig Minuten hieß es nun warten, bis „unsere Jungs“ wieder aus dem Wasser kamen.

Erwartungsgemäß als Erster der „Zeppeliner“ entstieg Nils als 12. dem Wasser. Knapp dahinter stürmten Sebastian und Philip Richtung Wechselzone. Es folgten Gregor und Tobias. Mathias und Ilja hatten leider schon etwas Rückstand, der aber mit ihrer ausgewiesenen Radstärke schnell wieder einzuholen sein sollte. Über den Radpart wurde viel spekuliert. Würde es durch die DM einen anderen Rennverlauf geben, als die Jahre zuvor? Können unsere jüngsten schon mit den großen auf dieser Strecke mithalten? Ja, es gab einen anderen Rennverlauf als die Jahre zuvor, denn die Favoriten schauten sich auf der Radstrecke bis zum finalen Anstieg nur an und so fuhr eine Riesengruppe mit rund 50 Mann unten in den Berg. Und ja sie konnten mithalten, denn in dieser Gruppe befanden sich Gregor, Nils und Philip. Knapp dahinter nahm die zweite Gruppe mit Piefke den Schlussanstieg in Angriff. Ilja, Sebastian und Tobias kamen in weiteren, kleineren Gruppen zum Berg.
Erfahrungsgemäß veränderte sich die Situation an dem fünf Kilometer langen und bis zu 14 % steilen Anstieg noch einmal grundlegend. So war es auch. Es wurde munter attackiert und die Athleten kamen fast einzeln in die Wechselzone. Nils verteidigte seine teaminterne Spitzenposition und wechselte als 29ster. Knapp dahinter kam Gregor (33), und wieder knapp dahinter wechselte Philip in die Laufschuhe(37). Mathias nahm als 56ter die Laufstrecke in Angriff. Ilja war als 65ter oben, dicht hintereinander auch Tobias (77) und Sebastian (78). Das Laufen gab den Athleten noch einmal den Rest. Eine Crossstrecke vom allerfeinsten. Auf und Ab im ständigen Wechsel. Gregor witterte seine Chance in der U23 Wertung und machte in seiner Paradedisziplin richtig Dampf.
Leider reichte es am Ende nur zu einem undankbaren vierten Platz. Wenn man aber bedenkt, dass zwei seiner ärgsten Konkurrenten entkräftet aufgeben mussten, er in der Wertung aller Starter die neunte Laufzeit hatte kann man nur sagen: Ganz starke Leistung! Auch Nils schlug sich bei seinem Schlierseedebüt hervorragend. In der ersten Runde versuchte er sich an Gregor festzubeißen. Später musste er dann reißen lassen, kam aber dennoch als neunter der U23 in Ziel. Philip konnte leider nicht seinen gewohnten Laufturbo zünden und blieb mit Platz 42 in der Ligawertung unter seinen Möglichkeiten. Mathias gab mal wieder alles fürs Team. Er kämpfte bis zum Schluss und wurde 51ter. Ilja hatte eher einen schwarzen Tag. Er war mit keinem Teilabschnitt zufrieden, am Ende Platz 68.
Sehr erfreulich präsentierte sich Sebastian. Nach leichtem Schwächeln auf dem Rad zeigte er noch einen sehr guten Wettkampf. Tobias hatte vorher sehr viel Respekt vor der Radstrecke, auf der er schon im Vorjahr arg gelitten hat. Er kämpfte sich aber durch. Sebastian wurde 31ter, Tobias 35ter in der U23-Wertung. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir unsere Zielstellung abermals erfüllt haben.
In der U23 DM haben wir beide Athleten unter die Top 10 gebracht und auch in der Liga ist mit Platz 9 ein gutes Ergebnis herausgekommen. Das man mit Platz 4 in der U23 das Treppchen knapp verfehlt wurde und in der Liga nur zwei Platzpunkte auf Platz 7 gefehlt haben muss man wohl Pech nennen. Wir können zufrieden sein.

Moritz von Wysiecki

 

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