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[30.07.2006] München - 4. Station der DTL

Ein rabenschwarzer Tag. Drei Tage sind seit dem Wettkampf am Sonntag vergangen. Trotzdem kann ich immer noch nicht fassen was geschehen ist. Nachdem wir vor dem Wettkampf so aussichtsreich auf dem fünften Platz der Tabelle standen finden wir uns nun auf dem neunten wieder. Was war passiert?

Am Sonntagmorgen in aller Früh machten sich die fünf „Zeppeliner“ Mathias Dietze, Nils Frommhold, Sebastian Schwienke, Tobias Krisa und Philipp Herrmann von ihrem Hotel zum ehemaligen Münchner Buga-Gelände auf. Rund um den dortige Badesee war das Wettkampfzentrum des München-Triathlon. Die Bundesliga war in diesen integriert. Auf Grund von strengen Auflagen der Stadt bezüglich der Räumung der Radstrecke war schon um acht Uhr Start.
Nach dem Schwimmen war ich sehr euphorisch, denn alle fünf waren vorne mit dabei und hatten sich eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Sebastian kam als 20ster aus dem Wasser, dicht gefolgt von Philipp, Nils und Tobias. Auch Mathias hatte einen sehr guten Tag. Er ging als 55ster auf die Radstrecke.

Auf dem Rad bildete sich schnell eine 15 - 20 köpfige Spitzengruppe, der leider keiner unser Athleten angehörten. Dafür waren in der zweiten Gruppe alle fünf Potsdamer vertreten. Dann passierte das Unglück. In der ersten von vier Radrunden kam mir plötzlich nur Nils in der genannten Gruppe entgegen. Seine Worte waren: „Die haben sich alle gelegt, die haben sich alle gelegt.“ Mir ist fast das Herz stehen geblieben. Aufgeregt lief ich zum nächsten Ambulanzwagen. Leider war denen zu diesem Zeitpunkt noch nichts über einen Sturz bekannt. Erst später erfuhr ich, dass bei der Durchfahrung einer Unterführung Tobias über eine Temposchwelle fuhr und zu Fall kam. Außer ihm ereilte noch drei weitere Fahrer dieses Schicksal. Das allerdings drei dieser Fahrer aus unserem Team waren ist geradezu unglaublich. Tobias, Sebastian und Philipp stürzten. Sebastian hatte nur leichte Abschürfungen und konnte das Rennen fortsetzen. Philipp und Tobias erging es da anders. Mit Philipp musste ich ins Krankenhaus, da eine Wunde am Schienenbein genäht werden musste. Tobias hatte großflächige Prellungen und Abschürfungen. Bis heute können sich beide auf Grund von Schorfbildung oder Schwellungen noch nicht wieder richtig bewegen.

Vergessen wir aber nicht die drei im Rennen Verbliebenen. Sie stiegen gemeinsam in der zweiten Gruppe vom Rad, denn nach seinem Sturz hatte sich Sebastian bravourös ins Rennen zurückgekämpft. Beim Laufen zeigte Mathias die beste Leistung. Er erreichte seine beste Bundesligaplatzierung und wurde 23er Nils brach leider auf den letzten drei Laufkilometern noch ein, kämpfte sich aber zu Platz 43. Sebastian muss man es hoch anrechnen, dass er nach dem Sturz weitergemacht hat. Sicherlich beeinträchtigt beim Laufen wurde er 66er.

Damit war die Pechsträne an diesem Tag aber noch nicht beendet. Als wir die Ergebnisliste in den Händen hielten mussten wir entsetzt feststellen, dass man uns vier Mal die letzte Platzziffer gegeben hatte. Damit waren wir Letzter. Wenn man jedoch die tatsächlichen Plätze addiert, wären wir nur Vorletzter. Die Begründung der Verantwortlichen ist, dass egal aus welchen Gründen eine Mannschaft nicht mit vier Mann ins Ziel kommt sie automatisch die Maximalpunktzahl erhält. Man unterscheidet nicht zwischen „nicht angetreten“ oder „unverschuldet gestürzt“. Wir prüfen diese Regel. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Egal wie man es dreht und wendet, wir sind auf jeden Fall jetzt neunter in der Tabelle mit vier bzw. fünf Punkten Rückstand auf den achten. Ich würde mich freuen, wenn wir uns in zwei Wochen beim DTL Finale in Kiel von diesem Schock rehabilitieren können. Eigentlich gehören wir weiter nach oben. Verletzung, Erschöpfung, Ratlosigkeit - Alles egal. Wir kommen zurück, wir kämpfen weiter.

 

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